Rad und Tat-Tour

Im März diesen Jahres kooperierten bereits zum zweiten Mal 200 Tage Fahrradstadt und MG3.0. Vier Tage lang waren wir mit der Mobilen Denkfabrik des Masterplan-Vereins unterwegs um gemeinsam mit den Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürgern Ideen und Lösungsansätze hin zu einer fahrradfreundlicheren Stadt zu generieren. Über alles durfte gesprochen werden, nur nicht über Fahrradwege. Das überrascht zuerst. Radverkehrsförderung heisst zwar hauptsächlich Radwegebau, aber Radwege sind ja kein Selbstzweck. Es geht vielmehr darum Radfahrern ein ihnen wohl gesonnenes Umfeld zu schaffen. Und um das zu erreichen sind noch ganz andere Faktoren wichtig.

Wir haben eben diese Faktoren in vier Kategorien eingeteilt:

1. Aufsteigen leicht gemacht. Unter diesem Punkt wurde der Frage nachgegangen was die Bürger motivieren könnte, öfter das Rad zu nutzen. Hier kristallisierte sich vor allem heraus, dass die Menschen über Freizeitaktivitäten wie geführte Radtouren oder bestimmte Aktionen wieder ans Radfahren geführt werden könnten, um im zweiten Schritt das Velo dann auch im Alltag einzusetzen. Ein weiterer wichtiger Punkt betraf das Abstellen des Rads – sowohl zu Hause als auch in der Stadt. Genau wie ein großer Autoparkplatz dazu verleitet den PKW zu nutzen, kann eine Vielzahl an Fahrradabstellmöglichkeiten dazu führen das eigene Mobilitätsverhalten zu überdenken.

2. Miteinander unterwegs. Straßenraum ist ein knappes Gut und oft ist man von den anderen Verkehrsteilnehmern genervt. An dieser Stelle sollte untersucht werden wie man zu weniger Gegeneinander im Straßenverkehr gelangen kann. Grundsätzlich wurde festgestellt, dass man nur als ernstzunehmender Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden kann, wenn man sich an die Verkehrsregeln hält, was sowohl für Radfahrer aber natürlich auch für Autofahrer und Fußgänger gilt. Mal eben auf dem Radweg parken gehört da genauso wenig dazu, wie Fahren auf der falschen Seite des Radwegs. Auch wenn beides vielleicht ein paar Meter Umweg bedeutet.
Eine gemeinsam von den verschiedenen Verkehrsteilnehmern entwickelte Netiquette wurde ebenso genannt, wie ein Mögliches Frage-Antwort Format zwischen Auto- und Radfahrern.

3. Service. Die autogerechte Gesellschaft hat vom Abschleppwagen bis zum Drive-through einiges zu bieten. Aber welche Dienstleistungen könnten das Radfahren noch bequemer machen? Instandhaltung war hier das große Thema, z.B. in Form von Reparaturkursen oder mobiler Fahrradwartung. Auch Fahrradträger an Taxen, sowie Leih-Packtaschen in Supermärkten für den spontanen Einkauf wurden unter anderem genannt.

4. Neue Denkmuster. Zwar ist den meisten Menschen mittlerweile klar, dass das Fahrrad essentieller Bestandteil einer modernen Verkehrspolitik ist, doch ist es immer noch nicht gelebter und vor allem natürlich mitgedachter Bestandteil unserer Gesellschaft. Verschiedene Aktionen, von der Fahrradmesse auf einem der großen innerstädtschen Plätze bis zum Fahrradblumenkorso in Rehydt gingen hier die Ideen. „Umparken im Kopf“ wurde gefordert. Ein fahrradmobiler Ordnungsdienst wäre zum Beispiel näher am Menschen und auch bei der Müllbekämpfung könnte das Fahrrad gute Dienste leisten.

Wer gerne einen Überblick aller gesammelten Ideen habe möchte, der findet diese in folgendem pdf:
Ergebnisse Rad und Tat-Tour

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